Mdlareuth 201614Vergangene Woche ging es für 15 Schüler und 2 Lehrer des Ulf-Merbold-Gymnasiums zu einem Geschichtsseminar in das kleine Dorf Möldareuth. Früher wurde dieses Dorf durch die Grenze zwischen der DDR und der BRD genau in der Mitte geteilt, wer früher dein Nachbar war, wurde über Nacht zum "Feind". Genau dieses Thema behandelte das Seminar, welches unter dem Titel "Mauer, Zaun und Stacheldraht" vom 22.02 bis zum 24.02 stattfand.

 

Am Montag hieß es etwa 11 Uhr "Abfahrt!" für die Gruppe, welche sich schon lange auf die Reise freute. Nach kurzer Fahrt im Hotel "Meister Bär" in Rudolphstein angekommen, gab es erst einmal eine kurze Stärkung und dabei konnten sich alle Seminarteilnehmer kennenlernen, denn nicht nur die thüringischen Schüler, sondern auch Schüler des Gymnasiums Dingolfing nahmen an dem Seminar teil.

 

Zuerst gab es einen Rundgang durch das Dorf Mödlareuth, wobei die Schüler einen ersten Eindruck der ehemaligen Grenzanlagen bekommen konnten. Am späten Nachmittag wurden anschließend alle Schüler in Gruppen eingeteilt und bekamen einen schweren Ordner voller Blätter. Eine Stasiakte. Diese galt es nun durchzuarbeiten und daraus einen Vortrag über den DDR-Flüchtling, über den diese Akte handelte, zu gestalten. Etwa 20 Uhr war dann dieser erste spannende, wenn auch anstrengende Tag zu Ende und nach einem leckeren Abendessen konnten sich alle bei gemütlichem Beisammensitzen noch etwas austauschen.

Der folgende Tag begann dann nach dem gemeinsamen Frühstück mit einer Exkursion in umliegende ehemalige Grenzanlagen bzw. Teile der Mauer, die noch stehengeblieben waren, außerdem wurden die am Vortag vorbereiteten Vorträge gehalten. Nach dem Mittagessen bekamen die Schüler weitere Informationen zum Thema und am Abend wurde es dann noch einmal richtig spannend: Ein Zeitzeuge erzählte von seiner eigenen Geschichte, wie er geflohen ist, warum und was danach auf ihn zukam. Alle hörten gespannt zu, waren sichtlich erfasst von dem Bericht und anschließend wurde sich noch viel Zeit für Fragen genommen. Auch am Ende dieses Tages gab es wieder ein leckeres Abendessen und gemütliches Zusammensitzen.

Der letzte Tag des Seminars begann ebenfalls im Speisesaal des Hotels, diesmal standen allerdings die Koffer bereits gepackt davor, denn nun war schon das Auschecken angesagt. In Mödlareuth gab es dann einen letzten Vortrag zum Thema DDR/BRD, veranschaulicht mit einem ergreifenden Dokumentarfilm, dann war auch schon der letzte Tag dort vorbei. Bei dem Mittagessen hatten alle noch einmal die letzte Chance Kontakte auszutauschen, noch einmal über lustige bayrische Zungenbrecher zu lachen und sich von allen zu verabschieden, ehe sich die Wege wieder trennten. Es ging zurück in die Heimat nach Greiz bzw. Dingolfing, wobei alle sehr viele schöne Erinnerungen und natürlich ganz viel neues Wissen über das Leben in der ehemaligen DDR mit nachhause brachten.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön im Namen der Teilnehmer an die Landeszentrale für politische Bildung Bayern, die Seminarleiter in Mödlareuth, das Hotel, die begleitenden Lehrer, die Busfahrer und alle, die zum Gelingen dieser Bildungsreise beigetragen haben.

Amelie Lippold, Klasse 10a im Namen der Teilnehmer